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Abfüllung

Foto: Emma Steinhobel/Unsplash
31.07.2018

Wie erkennt man Druckluftleckagen?

Laut einer Studie gehen in der deutschen Industrie ca. 35 Prozent der erzeugten Druckluft durch Leckagen verloren. Nachdem Druckluft der teuerste Energieträger in der Brauerei ist, ist es einleuchtend, warum Druckluftleckagen im Betrieb vermieden werden sollten.

Während große Leckagen meist durch das typische Zischen und Pfeifen sehr schnell zu orten sind, sind es gerade die kleinen Leckagen, die nur schwer zu finden und beseitigen sind. Doch gerade diese kleinen Leckagen können in ihrer Summe sehr schnell zu großen finanziellen Einbußen führen. Was ist also zu tun? Zum einen gibt es Fachfirmen, die sich auf Druckluftmessungen und Leckagesuche spezialisiert haben. Diese Firmen werden insbesondere dann interessant, wenn die Brauerei selbst nicht über genügend Personal zur Instandhaltung und Instandsetzung ihrer Anlagen verfügt.

Doch man kann auch mit sehr einfachen Mitteln selbst untersuchen, wie der Status Quo im Betrieb ist – die Leckagesuche ist nicht sehr aufwendig und schwer.

Zunächst sollte man eine Abschätzung treffen, wieviel Luft durch Leckagen verloren geht. Hierzu lässt man am Wochenende, sofern nicht produziert wird und auch keine anderen Abnehmer am Netz hängen, den Verdichter durchlaufen und betrachtet den Betriebsstundenzähler. Wenn keine anderen Abnehmer am Wochenende vorhanden sind, gehen die Betriebsstunden vollständig auf Leckagen.

Einen schnelleren, wenn auch nicht sehr genauen, Einblick erhält man, wenn man den Windkessel auf Betriebsdruck bringt und dann vom Verdichter her absperrt. Über die Geschwindigkeit, mit der der Druck im Windkessel fällt, kann eine erste Aussage über das Ausmaß der Leckagen getroffen werden.

Leckagen findet man am einfachsten mit einem Ultraschallmessgerät, das es im Elektronikfachhandel schon ab ca. 80 EUR gibt. Kleine Leckagen sind teilweise für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar, erzeugen aber immer ein Ultraschallsignal. Dies kann mit den Detektoren sogar im laufenden Betrieb einer Anlage geortet werden.

Dr. Gerrit Blümelhuber
Mitglied der Geschäftsleitung
Doemens Academy